Erfahrungsbericht Hospitationsstipendium 2025 - München

 Hospitationsstipendium Kinderdermatologie

am Munich University Center for Children with Medical and Developmental Complexity – iSPZ (integriertes Sozialpädiatrisches Zentrum) am Haunerschen Kinderspital

bei Prof. Dr. med. Hagen Ott

Mai 2025

Im Mai durfte ich im Rahmen des Stipendiums der AG Pädiatrische Dermatologie vier Wochen bei Herrn Prof. Dr. med. Hagen Ott in der Sektion für Kinderdermatologie im integrierten Sozialpädiatrischen Zentrum (iSPZ) am Haunerschen Kinderspital in München hospitieren.
 
Schon zu Beginn fiel mir die besondere Struktur des iSPZ Hauner auf: Unter einem Dach sind zahlreiche Fachdisziplinen und Berufsgruppen vereint. Neben ärztlichem und pflegerischem Team auch Psychologie, Sozialberatung, Physiotherapie und Ernährungstherapie. Diese enge Verzahnung schafft ein ideales Umfeld, in dem Kinder mit komplexen Hauterkrankungen ganzheitlich und individuell versorgt werden. Für mich war es beeindruckend zu sehen, wie selbstverständlich die multiprofessionelle Zusammenarbeit in den Alltag integriert ist.
 
Im klinischen Alltag konnte ich ein sehr breites Spektrum kinderdermatologischer Krankheitsbilder begleiten. Neben häufigen Erkrankungen wie der atopischen Dermatitis und Psoriasis erhielt ich Einblicke in die Betreuung seltener Krankheitsbilder, darunter Epidermolysis bullosa (dystrophica und simplex), kongenitale Ichthyosen, Sjögren-Larsson-Syndrom und arteriovenöse Malformationen. Viele dieser Erkrankungen konnte ich im Rahmen der täglichen Sprechstunden und Fallkonferenzen aus nächster Nähe miterleben und mein Wissen hierzu vertiefen.
 
Besonders wertvoll empfand ich die umfangreichen Beratungen, die Familien im Rahmen der Sprechstunden erhalten. Es wurde nicht nur die medizinische Therapie erläutert, sondern auch ausführlich zu allgemeinen Maßnahmen, Pflegetherapie, Alltagsgestaltung, Bedeutung von Allergien sowie Ernährungsempfehlungen aufgeklärt. Gerade bei Kindern mit atopischer Dermatitis war zu sehen, wie wichtig es ist, die Eltern und Geschwister intensiv einzubeziehen und sie durch verständliche Informationen, praktische Tipps und klare Strukturen zu unterstützen. Diese ganzheitliche Herangehensweise hat mich sehr beeindruckt und meinen Blick auf die Bedeutung von Kommunikation und Elternschulung nachhaltig geprägt.
 
Darüber hinaus hatte ich Gelegenheit, die enge Zusammenarbeit mit der Kinderrheumatologie mitzuerleben, die sich im gleichen Haus eine Etage über der Kinderdermatologie befindet. In diesem interdisziplinären Austausch konnte ich Patient*innen mit juveniler Dermatomyositis sowie systemischem Lupus erythematodes betreuen. Gerade die kurzen Wege und die regelmäßigen Fallkonferenzen verdeutlichten für mich, wie wichtig eine strukturierte interdisziplinäre Vernetzung für die Versorgung komplexer Krankheitsbilder ist.
 
Als besonders prägend nehme ich mit, wie Prof. Ott und das gesamte Team den Umgang mit den Kindern und ihren Eltern gestalten. Die Gesprächsführung, die empathische Kommunikation und das sensible Vorgehen bei Untersuchungen habe ich als außerordentlich bereichernd erlebt. Dies war für mich eine ebenso große Lernerfahrung wie die fachlichen Inhalte.
 
Ich wurde im Team jederzeit herzlich aufgenommen und intensiv betreut. Prof. Ott nahm sich regelmäßig Zeit für 1:1-Besprechungen, beantwortete meine Fragen ausführlich und versorgte mich täglich mit Literatur zum Selbststudium. Diese Mischung aus praktischer Erfahrung, interdisziplinärem Austausch und wissenschaftlicher Vertiefung machte die Hospitation für mich besonders wertvoll.
 
Zusammenfassend blicke ich auf eine außerordentlich spannende und bereichernde Zeit zurück, in der ich nicht nur mein Fachwissen in der Kinderdermatologie weiter ausbauen, sondern auch meine ärztliche Haltung im Umgang mit Kindern und Familien vertiefen konnte. Ich danke Herrn Prof. Ott, seinem gesamten Team der Kinderdermatologie sowie der AG Pädiatrische Dermatologie sehr herzlich, dass sie mir diese Erfahrung ermöglicht haben.

 

 

Erfahrungsberichte