Erfahrungsbericht Hospitationsstipendium 2018

Erfahrungsbericht Hospitation
im Fachbereichfür Pädiatrische Dermatologie und Allergologie des
Kinder- und Jugendkrankenhauses AUF DER BULT,Hannover,
bei Herrn Priv.-Doz. Dr. med. Hagen Ott

1.5. —3 1.5.2018

Vorbereitung:
Nach schneller und unkomplizierter Kommunikation mit dem Sekretariat von Dr. Ott konnte ich mit der Planung meines Aufenthaltes beginnen, vorzulegen waren ein aktuelles Gesundheitszeugnis und ein Impfpass. Es wurde mir auch die Möglichkeit einer Unterkunft im der Klinik nahegelegenen Schwesternwohnheim angeboten, wobei ich jedoch eine selbstorganisierte Unterkunft über Airbnb in Hannover vorzog.

Ablauf:
Ich hatte jeden Tag die Möglichkeit, Dr. Ott bei seinen Visiten zu begleiten, wobei die Visite sowohl die dermatologisch-stationären Patienten, wie auch komplexe stationäre Patienten anderer Disziplinen umfasste.

Weiters konnte ich auch bei den (Spezial-)Sprechstunden dabei sein. Dies ermöglichte, sowohl die Therapieregime bei häufigen Erkrankungen wie der atopischen Dermatitis kennenzulernen, als auch die Beratung und Diagnostik bei (sehr) seltenen Erkrankungen wie z.B. Epidermolysis bullosa oder Ichthyosen mitzuerleben. Die Vielfalt der Erkrankungen der betreuten Kinder war groß und reichte von Lichen sclerosus oder Alopecia areata zu kongenitalen Riesenzellnävi oder verschiedenen Tumoren und einer Vielzahl unterschiedlicher Syndrome. Auch in der interdisziplinären Sprechstunde für „Vaskuläre Malformationen“ konnte ich ein breites Erkrankungsspektrum beobachten.

In der angeschlossenen Tagesklinik erfolgte die allergologische Diagnostik und Beratung pädiatrischer Patienten. Es wurden bei entsprechender Indikation Nahrungsmittel- und Medikamentenprovokationstestungen durchgeführt. Es erfolgte dort auch die Beratung und Schulung von Kindern (und Eltern) mit therapierefraktärem atopischen Ekzem, chronisch spontaner Urtikaria, Mastozytose und vielen weiteren Krankheitsbildern.

Das Besondere an der Einrichtung bei Dr. Ott ist die Möglichkeit, in kurzer Zeit eine große Anzahl komplexer kinderdermatologischer Erkrankungen und ihre entsprechende Therapie bzw. Abklärung zu sehen und verfolgen zu können. Viele Erkrankungen und Syndrome, die ich dort begutachten durfte, hatte ich trotz meiner nahezu abgeschlossenen Facharzt-Ausbildung bis zu diesem Zeitpunkt nur aus dem Lehrbuch gekannt. Bei der Diagnostik und Beratung eines Kindes und seiner Eltern mit einem neu diagnostizierten Netherton-Syndrom dabei zu sein, war ein eindrückliches Erlebnis.

Die erhebliche Bandbreite der teilweise schwer kranken Kinder brachte für mich einen großen Erkenntnisgewinn bezüglich meines kinderdermatologischen Wissens.

Dr. Ott ist ein akademischer Lehrer par excellence, oft noch am gleichen Abend eines Arbeitstages hatte ich bereits Literatur bezüglich eines gerade zuvor behandelten oder gesehenen Krankheitsbildes in meinem Mail-Postfach. Menschlich konnte ich von ihm lernen, wie man eine ausführliche und trotzdem verständliche Aufklärung und Beratung bei den oft schwer verunsicherten Eltern abwickelt und auch wie man einen individuell-liebevollen Umgang mit den kleinen kranken PatientInnen pflegt. In seinem Team wurde ich toll aufgenommen und ich habe mich vom Anfang bis zum Schluss sehr wohl gefühlt.

Fazit: Die Hospitation möchte ich als ein Highlight in meiner Facharztausbildung herausheben. Es war ein unglaublich lehrreicher und interessanter Aufenthalt an der Abteilung von Dr. Ott und ich konnte meine kinderdermatologischen Fähigkeiten entscheidend verbessern und werde diese auch weiterhin in meinem klinischen Alltag anwenden können.