Erfahrungsbericht Hospitationsstipendium 2023

Hospitationsstipendium Kinderdermatologie

am Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult in Hannover

bei Prof. Dr. med. Hagen Ott

November 2023

Durch das Stipendium der AG Pädiatrische Dermatologie hatte ich die Möglichkeit, 4 Wochen im Fachbereich für Pädiatrische Dermatologie und Allergologie des Kinder- und Jugendkrankenhauses AUF DER BULT unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. med. H. Ott zu hospitieren.

Die Entscheidung diese Hospitation in Hannover zu absolvieren war leicht getroffen, da ich als Pädiaterin die Chance ergreifen wollte, in einer reinen Kinderklinik mit kinderdermatologischem Fachbereich täglich ein umfangreiches Erkrankungsspektrum begleiten zu dürfen.

Die im Vorfeld notwendige Organisation war unkompliziert und problemlos über Herrn Dr. Ott und sein Sekretariat erfolgt. Zudem konnte ich mich bereits vorab mit Herrn Dr. Ott bzgl. eines kleinen wissenschaftlichen Hospitationsprojekts abstimmen und dieses vorbereiten.

Am ersten Tag wurde ich herzlichst empfangen und sofort von der gesamten Abteilung ins Team integriert, sodass ich mich während meiner gesamten Hospitation sehr wohlfühlte.

Täglich begleitete ich Herrn Dr. Ott während seiner Sprechstunde, in der ich ein sehr breites Spektrum kinderdermatologischer Krankheitsbilder kennenlernen durfte (u. a. atopisches Ekzem, Psoriasis vulgaris, Vitiligo, vaskuläre Malformationen, kongenitale Nävi, Lichen sclerosus, infantile Hämanigome, Mastozytose). Neben der Diagnostik lernte ich neben topischen Behandlungsmöglichkeiten insbesondere auch viel über die Einleitung und Fortführung von Systemtherapien. Nicht zuletzt konnte ich von Herrn Dr. Ott wertvolles im Umgang mit seinen Patient*innen und zum Thema Gesprächsführung mitnehmen.

Nebenbei engagierte sich Herr Dr. Ott für sich über die Notaufnahme ambulant vorstellende, bzw. stationär behandelte Kinder und Jugendliche mit dermatologischen Erkrankungen. Auch hier konnte ich ihm immer über die Schulter schauen und insbesondere spannende Verläufe wie z. B. bei einem Jungen mit Staphylococcal scalded skin syndrome begleiten. Sehr interessant war zudem die Spezialsprechstunde zu Genodermatosen, in der ich Patient*innen mit verschiedenen Formen der Epidermolysis bullosa sowie seltene Ichthyoseformen kennenlernen konnte.  

Außerdem nutze ich die Chance an einem der Tage in der kinderallergologischen Tagesklinik mitzulaufen, sodass ich neben Anamnese und Diagnostik auch die Durchführung von Nahrungsmittelprovokationen und die Einleitung einer oralen Immuntherapie bei Erdnuss-Allergie begleiten durfte.

Zusätzlich beteiligte ich mich nach den Sprechstunden an der Erarbeitung von Elterninformationsbögen zur medikamentösen Therapie mit z. B. Adalimumab oder Mycophenolatmofetil, die perspektivisch auf der Homepage der AG Pädiatrische Dermatologie veröffentlicht werden sollen. Auch in die Überarbeitung des klinikinternen Vorgehens der Skabies-Therapie wurde ich aktiv mit eingebunden. Schließlich durfte ich in meiner letzten Woche noch an einer interessanten interdisziplinären Fallkonferenz, in der Kinder und Jugendliche mit speziellen Fragestellungen bei vaskulären Malformationen besprochen wurden, teilnehmen.

Obwohl insbesondere das ärztliche Team zum Zeitpunkt meiner Hospitation ausgedünnt war, nahm Prof. Ott sich stets sehr viel Zeit, die täglich gesehenen Patient*innen nachzubesprechen, meine Fragen zu beantworten und mich tagesaktuell mit Lektüre für den Nachmittag zu versorgen. Ich schätze es sehr, nachmittags Zeit fürs Selbststudium zu haben und mich in die teils komplexen Krankheitsbilder einlesen zu können.

Meine 4-wöchige Hospitation möchte ich als sehr lehrreich und spannend zusammenfassen. Viele der gesehenen Krankheitsbilder kannte ich bisher nur aus dem Lehrbuch und waren mir während meiner fast abgeschlossenen Facharztausbildung nie begegnet. Andere konnte ich vertiefen und somit unglaublich viel Wissen für mich und mein weiteres Berufsleben mitnehmen. Ich möchte mich für diese einmalige Erfahrung und Möglichkeit sehr herzlichen bei Herrn Dr. Ott und seinem gesamten kinderdermatologischen Team sowie bei der AG Pädiatrische Dermatologie bedanken.